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Hygiene zu Hause und in der Patientenversorgung

Geschrieben in Aktuelles > Allgemeinmedizin am
Die Deutschen sind für ihre Sauberkeit bekannt, so sagt man. Aber, übertreiben sie es damit nicht ein bisschen?

Die Werbung für Putz- und Desinfektionsmittel schürt gerne Panik, in unserem Umfeld gefährden Mikroorganismen unser Leben und unsere Umwelt. Experten für Hygiene und Umweltmedizin bzw. Krankenhaushygiene lehnen jedoch eine routinemäßige Anwendung von Desinfektionsmittel im häuslichen Bereich ab.

Im medizinischen Einzelfall kann ein individueller Infektionsschutz durch entsprechende Maßnahmen aber sehr wohl sinnvoll sein, wenn die Immunabwehr z. B. unter Krebsbehandlung, nach Operationen oder Organtransplantationen oder infolge bestimmter Infektionen geschwächt ist.
Auch die zunehmend verkürzte Verweildauer im Krankenhaus und die wachsende Versorgung von gerade älteren Patienten mit chronischen Wunden oder angelegten Schläuchen (z. B. Blasenkatheter) können das Infektionsrisiko des Einzelnen steigern.

Dieses ist besonders hoch für sogenannte Immunsuprimierte (Patienten unter Chemotherapie, Bestrahlung, nach Transplantationen), bei denen eine gravierende Immunschwäche vorliegt. Händewaschen allein bietet diesen Personen keinen genügenden Schutz z. B. vor Magen-Darm-Infekten. Hier ist die Hände-Desinfektion mit einem Desinfektionsmittel absolut notwendig.

Bei Patienten nach Aufenthalt im Krankenhaus, die im häuslichen Bereich gesundgepflegt und mit Verbänden versorgt werden sollen, ist eine hygienische Hände-Desinfektion ebenfalls angezeigt.

Das Gleiche gilt für Patienten, die mit invasiven Systemen, z. B. Schläuchen oder Drainagen für Blase, Gefäße oder Luftröhre (z. B. ein Tracheostoma) versehen sind.

Haben Patienten offene chronische Wunden, sollte jede Berührung mit bloßer Hand vermieden und jede Manipulation durch Pflegepersonal oder auch durch den Patienten selbst nur mit zuvor desinfizierten Händen durchgeführt werden.

Sind Patienten an akuten Infektionskrankheiten wie z. B. der saisonalen Grippe oder an einem Magen-Darm-Infekt erkrankt, spielen die Hände bei der Übertragung eine große Rolle. Untersuchungen haben gezeigt, dass 65 % der Personen mit einer typischen Erkältungskrankheit die entsprechenden Erreger, Rhinoviren, an ihren Händen haben.

Für die Desinfektion gilt: die entsprechenden Mittel strapazieren die Haut nicht besonders. Gerade bei häufiger Anwendung werden sie besser vertragen als Seifen zum Händewaschen. In der Anwendung am Patienten bieten sie auch den Vorteil, dass kein Waschbecken gebraucht wird. Sie können überall eingesetzt werden. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, sollte eine ausreichend große Menge des Desinfektionsmittels für 30 Sekunden beide Hände vollständig benetzen bzw. eingerieben werden.

Wann die beschrieben Maßnahmen erfolgen sollen, sagt uns der gesunde Menschenverstand:
hat eine gesunde Personen Kontakt zu einem Grippe- oder Magen-Darm-Kranken gehabt, erfolgt die Desinfektion von Händen und Fingern nach der Begegnung; im Falle des Kontaktes zu immungeschwächten, infektanfälligen Patienten sollte die beschriebene Maßnahme vor dem Kontakt erfolgen.

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