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Marathon 2009 – Wer darf aus medizinischer Sicht laufen?

Geschrieben in Aktuelles > Sportmedizin am
Am Sonntag, 13.09.2009, startet am Hindenburgplatz der 8. Marathon-Lauf der Volksbank Münster.

Das Laufen selbst – ob als Einzellauf oder als Staffellauf – aber auch das Dabeisein als Zuschauer reizt immer mehr Menschen, wie die Begeisterungswellen um die vielen Langlaufveranstaltungen beweisen.
Somit stellt sich die Frage, wer aus medizinischer Sicht überhaupt laufen darf, ohne ein zu großes gesundheitliches Risiko einzugehen. Im schlimmsten Fall mündet die Teilnahme – wie in der Vergangenheit bei manchem Lauf bereits geschehen – im plötzlichen Herztod eines der Teilnehmer.

Gibt es eine geeignete Maßnahme im Sinne einer Voruntersuchung, mit der sich das Risiko für die Teilnahme besser kalkulieren läßt?

Hierzu Ergebnisse aus Untersuchungen großer Datenregister aus Italien und den USA: die für den plötzlichen Herztod (PHT) gefährdeten Sportler lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen:

  1. Läufer über dem 35. Lebensjahr, bei denen gesichert eine koronare Herzerkrankung die häufigste Ursache als Auslöser für den PHT anzusehen ist;
  2. Läufer jünger als 35 Lebensjahre, bei denen auf jeden Fall eine andere Form einer auch häufig familiär vorkommenden Herzerkrankung, so genannte Kardiomyopathie mit Störungen der Herzmuskulatur oder auch der elektrischen Aktivität, aber keine koronare Herzerkrankung vorkommt.

Einigkeit besteht nun weltweit darin, dass eine ausführliche Befragung des Läufers nach seiner persönlichen und seiner familiären gesundheitlichen Vorgeschichte genauso wichtig ist wie auch eine gründliche klinische Untersuchung. Dabei sollte auch konkret nach Kollaps- und Ohnmachtzuständen, Herzrasen, anderen Herzbeschwerden wie auch ggf. bekannten Herzmuskelerkrankungen innerhalb der Familie gefragt werden.

In Italien konnte mittels routinemäßiger Durchführung einer Screening-Untersuchung bestehend aus klinischer Untersuchung, EKG und intensiver Befragung innerhalb der letzten 25 Jahre das Auftreten des plötzlichen Herztodes bei Sportlern um ca. 90% verringert werden.
In einer Essener Untersuchungsgruppe aus dem Jahr 2008 fand sich im Rahmen der Untersuchung von Marathonläufern im Vergleich zu Nicht-Läufern im Computertomogramm der Herzkranzgefäße ein deutlich stärkerer Nachweis von Verkalkungen im Gefäßsystem der Marathon-Läufer. Im weiteren Verlauf traten dann auch in dieser Gruppe 4 schwere Ereignisse ( 3 Reanimationen und eine Herzinfarkt ) auf.
Wie es unter der sportlichen Belastung tatsächlich zur Schädigung des Herzens kommt, ist derzeit noch unklar.
Untersuchungen während des Boston-Marathon 2006 zeigen erste Hinweise, dass es eher bei untrainierten Marathon-Läufern zu einer
Gefährdung durch Herzmuskelschädigung kommt.

Fazit: Eine langfristige, individuell gestaltete Vorbereitung des Einzelnen auf die Teilnahme an einem Marathon stellt ebenso wie die grundsätzliche medizinische Voruntersuchung mit Befragung zur Vorgeschichte und Durchführung eines Ekg die bislang beste Maßnahme zur Vermeidung des plötzlichen Herztodes im Marathon-Wettbewerb dar.

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